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Behindertenwerkstatt feiert Jubiläum

20 Jahre Nordbahn gGmbH in Schönfließ

SCHÖNFLIESS | Mit einem zünftigen Altberliner Fest mit Musik, Tanz und Gauklern feierte die gemeinnützige Nordbahn GmbH gestern ihr 20-jähriges Bestehen.

Geschäftsführerin Nicola Pantelias konnte mehr als 700 Gäste begrüßen, unter ihnen Sozialminister Günter Baaske. In ihrer Rede schlug die Geschäftsführerin einen Bogen vom Sonderheim zu Sondermaschinen, vom bescheidenen Anfang mit Fahrradwerkstatt, Tischlerei und Weberei zum Hightech-Industriedienstleister mit 100 Angestellten sowie 400 behinderten Mitarbeitern – für die Chefin „eine Erfolgsgeschichte“. Das jährliche Umsatzvolumen betrage fast acht Millionen Euro, wobei 40 Prozent auf dem freien Markt erwirtschaftet werden. Tolle Leistungen und Produkte sowie eine in 20 Jahren verdreifachte Belegschaft bescheinigte Minister Baaske der Nordbahn gGmbH in seiner launigen Rede, in der er sich immer wieder an die Zuhörer wandte. Auf seine Frage, ob die Arbeit hier denn Spaß mache, erscholl ein kräftiges „Ja“. Und so etwas dürfe natürlich nicht von der Politik kaputt gemacht werden, sagte er. Baaske reagierte damit auf den zuvor von der Geschäftsführerin geäußerten Wunsch, neben der allseits propagierten Inklusion auch solche Projekte weiter zu fördern. Politik müsse „weise sein“, um Gehandicapte nicht in Allerweltsbetriebe zu zwingen, wo die Arbeit eben keinen Spaß mehr macht. Wo es zu Ausgrenzung und Vereinsamung kommen kann, wo die Geselligkeit nicht so zu finden ist wie etwa bei der Nordbahn GmbH. Inklusion fordere eine Gesellschaft, die eben das auch kann. „Darum wird es weiter Behindertenwerkstätten geben“, versprach Baaske. Aber es werde auch weiter daran gearbeitet, dass Behinderte überall wohnen und arbeiten können. Ohnehin gebe es „keine Menschen, die nicht behindert sind“, so Baaske. Wer das bestreitet, habe in diesem Moment den Nachweis seiner eigenen Behinderung sozialer oder emotionaler Art erbracht. Neben dem Landesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel und Kreisvertreter Norbert Rohde ergriff auch Nordbahn-Vorstandsvorsitzender Bolko Prußok das Wort. Er erinnerte an Höhepunkte, aber auch an die wirtschaftliche Durststrecke, die bereits zu überwinden war.
ht

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